King Fahad Nationalbibliothek Riad
Königreich Saudi-Arabien
Wettbewerb: 2002 - 1. Preis
Bauzeit: 2007 - 2009
Entwurf: Eckhard Gerber
Projektdirektor/Projektleiter: Thomas Lücking
Mitarbeiter: Tiran K. Driver, Nicola Gerber, Thomas Helms, Till Müller (LA), Kerstin Tulke, René Koblank, Olaf Ballerstedt, Nils Kummer, Britta Alker, Alexandra Kranert, Henrike Schlinke, Michael Schlegel, Ulrich Scheinhardt, Jörg Schoeneweiß, Beate Mack, Sabine Diegritz (LA), Van-Hai Nguyen, Stefan Lemke u.a.
Bauherr: Königreich Saudi-Arabien vertr. durch die Arriyadh Development Authority
BGF: 68.500 m²
BRI: 452.000 m³
Der quadratische Neubau umhüllt mit seiner schwingenden, geometrischen Ordnung die Bibliothek aus den 1970er-Jahren und hebt sich deutlich von der heterogenen Stadtlandschaft ab. Inmitten eines urbanen Parks erscheint die neue Bibliothek offen und transparent und ist trotz ihrer Größe auf grazile Art mit dem Stadtraum verflochten. Sie formt einen kubischen „Ring“ um den nach Denkmalschutzkriterien erhaltenen Altbau, der eine architektonische Einheit mit dem Neubau bildet. So dient das flache Dach des Altbaus als Lesesaal, während sich in seinem Inneren – wie in einer Schatztruhe – die Büchermagazine befinden. Über Brücken erreichen die Besucher vom Lesesaal den Freihandbereich im dritten Obergeschoss des Neubaus. Die vorhandene Kuppel wird als Stahl-Glas-Konstruktion neu gestaltet und überragt das neue Dach, das auch die Innenhöfe und den Lesesaal überdeckt. Eine unterhalb des Daches gespannte weiße Membran filtert das durch langgezogene Oberlichter dringende Tageslicht und versorgt alle Räume gleichmäßig mit blendfreiem Licht. Bei Dunkelheit übernehmen Leuchten oberhalb der als Lichtdecke dienenden Membran diese Funktion. Im Erdgeschoss befinden sich rund um den Altbau außer der Haupeingangshalle in erster Linie Ausstellungsflächen, ein Restaurant und eine Buchhandlung. Von den übrigen Nutzungen getrennt und separat zugänglich, ist die Bibliothek der Frauen im ersten Obergeschoss des neuen Südwestflügels untergebracht.Eingespannte weiße Membranflächen, die von einer dreidimensionalen zugbelasteten Stahlseilkonstruktion gehalten werden, dienen vor den Obergeschossfassaden als Sonnenschutz und interpretieren die arabische Tradition der Zeltstrukturen auf technologisch moderne Art und Weise. Ebenso findet hier das im kulturellen Verständnis der Araber verankerte Prinzip des Verhüllens Eingang in die Architektur. In der Addition von Alt und Neu entsteht ein einheitliches und repräsentatives architektonisches Erscheinungsbild mit charakteristischer Formgebung. Nachts erstrahlt die Fassade in wechselnden Farben und wird zum kulturellen Leuchtturm der Stadt.
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