Burj Al-Taqa - Energy Tower
Akquise: 2006
Entwurf: Eckhard Gerber, Thomas Lücking
Projektdirektor/Projektleiter: Thomas Lücking
Mitarbeiter: Britta Alker, Caroline Ting u.a.
Visualisierung: Gärtner und Christ GbR, Hamburg
BGF: 73.000 m²
BRI: 295.000 m³
Das erste Null-Primärenergie Hochhaus für den Mittleren Osten basiert auf den Klimatisierungstechniken der historischen Windtürme Arabiens.
Mit dem Burj Al-Taqa / Energy Tower stellte das Büro Gerber Architekten International GmbH in Kooperation mit DS-Plan im März in Bahrain (Ministry of Industry and Commerce) und in Riad (Arriyadh Development Authority) sowie im letzten September in Dubai (Dubai Municipality) das erste Null-Primärenergie-Hochhaus vor, das speziell auf die klimatischen Gegebenheiten des Mittleren Osten abgestimmt ist und dafür die traditionellen Klimatisierungstechniken der historischer Windtürme Arabiens weiterentwickelt. Projektentwickler in Bahrain, Riad und Dubai treiben die Realisierung des Energy Towers zurzeit voran. Der Energy Tower in seiner markanten architektonischen Form und mit einer Gesamthöhe von 322m ist nicht nur äußerst sparsam im Energieverbrauch. Er erzeugt auch die Energie, die er benötigt selbst und dies ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen. Damit produziert der Energy Tower kein umweltschädliches CO2 und trägt aktiv dazu bei, den Klimawandel aufzuhalten.
Transformation arabischer Baukunst
Der Energy Tower oder Burj Al-Taqa wurde vom Dortmunder Büro Gerber Architekten international GmbH speziell für die Region des Mittleren Osten entwickelt. Grundlage der Entwicklung sind die in der traditionellen arabischen Architektur weit verbreiteten Windtürme. Diese ermöglichten eine völlig ökologische Form der Gebäudekühlung, da hierfür allein die Energie des Windes genutzt wurde. Die traditionellen Windtürme fangen den Wind über dem Gebäude ein und leiten ihn kühlend durch das Gebäudeinnere.
Der Energy Tower nutzt dasselbe Grundprinzip, indem er die Energie des Windes direkt für die Be- und Entlüftung des gesamten Gebäudes nutzt. Eine mechanische Lüftungsanlage wird dadurch überflüssig. Der Gesamtenergiebedarfs des Energy Towers wird hierdurch und durch weitere Energieeinsparungsmaßnahmen um etwa 60% reduziert im Vergleich zu einem Standard-Hochhaus gleicher Größe.
100% energieautark durch Sonne, Wind und Erde/Meer
Der Energy Tower erzeugt zu 100% seinen eigenen Energiebedarf selbst und das ausschließlich durch die Kraft der Sonne, des Windes und der Erde bzw. des Meeres. Wasserstoff- und Heißwassertanks dienen der Speicherung überschüssig produzierter Energie.
Windturbine als Gebäudekrone
Auf der Spitze des Gebäudes erzeugt die patentierte Weiterentwicklung der Darrieus Turbine Ökostrom aus Windkraft. Ihre Flammen gleiche Form lässt sie als Zeichen für Nachhaltigkeit und für den Ressourcen schonenden Umgang mit der Natur erstrahlen.
Solar-Schild
Der Solar Schild - ein mit der Sonne um das Gebäude rotierender und mit Photovoltaik beschichteter Schild - schützt vor Aufheizung des Gebäudeinneren und erzeugt durch Photovoltaikelemente zugleich Sonnenstrom.
Hängende Gärten
Hängende Gärten und ein zentrales Atrium über die gesamte Gebäudehöhe verteilen die gekühlte Frischluft im Gebäude. Sie verwandeln Platz, der herkömmlich mit Lüftungskanälen und Schächten blockiert war, in architektonische Erlebnisräume.
Solares Kühlen und Geo- bzw. Marethermie
Die heiße Außenluft wird über Kanäle am Meeresgrund oder im Erdreich vorgekühlt. Solares Kühlen sorgt für die abschließende Kühlung der Frischluftzufuhr des Gebäudes. Dabei handelt es sich um einen physikalischen Vorgang, in welchem die Energie aus sonnenerhitztem Wasser in Kälte umgewandelt wird.
Multifunktionale Doppelfassade
Den Energy Tower umhüllt vollständig eine Doppelfassade, die als Abluftfassade funktioniert. Darin wird, unter Ausnutzung von Druckdifferenzen, welche durch Wind und Thermik permanent entstehen, dem Gebäude die verbrauchte Luft mit natürlichen Kräften entzogen. Sie schützt zudem den rotierenden Solar Schild vor äußeren schädlichen Einflüssen. Sie bietet außerdem durch modernste Vakuumverglasung optimalen Wärmeschutz bei gleichzeitiger größtmöglicher Tageslichtausnutzung.
Konzeption
Bei der Entwicklung des Energy Towers wurde Gerber Architekten international GmbH durch die Stuttgarter Umweltingenieure DS-Plan und die Frankfurter Tragwerksingenieure Bollinger & Grohmann unterstützt, sowie durch Buro Happold in Leeds (UK) in Sachen Brandschutz.
Gesamthöhe 322 m
Umweltingenieure:
DS-Plan AG, Stuttgart
www.ds-plan.com
Tragwerksingenieure:
B+G Ingenieure Bollinger und Grohmann GmbH
Frankfurt a.M.
www.b-g-ingenieure.de
Brandschutz:
Buro Happold Ltd, Leeds
www.burohappold.com