Wohn- und Geschäftshaus in Ascona, Schweiz

Komfortable Appartements mit Blick auf den Lago Maggiore

Das neue Wohn- und Geschäftshaus entsteht in städtebaulich anspruchsvoller Lage direkt am historischen Zentrum Asconas. Als langgestreckter Quader schließt der Baukörper an die vorhandene Bebauung an und führt deren städtebauliche Form weiter. Demgegenüber bildet seine klare skelettartige Struktur einen starken Kontrast zur Umgebung, wobei sich der Baukörper aufgrund des hohen Glasanteils der Fassade gleichsam aufzulösen scheint.

Die an der Straße entlangführende öffentliche Kolonnade steigt an der Straßenecke bis auf eine Höhe von drei Geschossen an. Hier befindet sich auch der um vier Stufen gegenüber dem umgebenden Gelände abgesenkte Vorplatz mit dem Eingang zur UBS-Bank, die als Hauptmieter einen großen Teil der Flächen im Erd- und im ersten Obergeschoss beansprucht. Die Tektonik des Bauwerks – das Prinzip von Stütze und Last – wird an dieser Stelle besonders deutlich. Der überdachte, sich scheinbar aus Konstruktion und räumlicher Disposition bildende annexartige Vorraum des Bauwerks wird durch die Passanten, die den hier angeordneten Hauptzugang zur UBS-Bank im Erdgeschoss des Neubaus nutzen oder in das angrenzende Café strömen, mit Leben erfüllt. Im Erdgeschoss sind außer der VBS-Filiale ein Café, der Rivaboot-Showroom sowie ein Geschäft untergebracht, so dass eine angenehme Nutzungsmischung entsteht, die zur Belebung und Aufwertung der unmittelbaren Umgebung beitragen soll.

Im ersten und zweiten Obergeschoss befinden sich ausschließlich Büroflächen, die aufgrund des dreibündigen Grundrisses und der gewählten Achsmaße flexibel aufgeteilt werden können.

Die insgesamt sechs Wohnungen mit einer Größe von 50 bis 190 m² nehmen das dritte Obergeschoss und das als Staffelgeschoss zurückversetzte Dachgeschoss ein. Jede Wohnung hat – teilweise über interne Treppen – einen Zugang zum Dachgeschoss und somit zu einer eigenen Dachterrasse mit Blick zum Lago Maggiore. Die Rücksprünge der Fassade in jeder zweiten Achse schaffen zusätzliche Balkone, die für gute Belichtung und eine hohe Raumqualität sorgen.

Fassade

Durch Einhaltung der Vorgaben des piano regolatore (städebaulichen Rahmenplans) wie der Ausbildung eines durchgehenden Portikus im Erdgeschoss oder der Fortführung der Gebäudekante bzw. Traufhöhe werden die vorgefundenen städtebaulichen Merkmale verstärkt. Seine strahlende Außenwirkung erhält das Gebäude durch die klare skelettartige, dreidimensionale Struktur, die aus vertikal 43 cm breiten Pfeilern und horizontal 50 cm hohen Balken gebildet wird, und dem weißen Fassadenmaterial. Die Architekten entschieden sich für die Verwendung eines aus Glasstückchen hergestellten Fassadenmaterials aus umweltfreundlicher Produktion (ISO 14001-zertifizierte Produktion/UNEP „Declaration on Cleaner Production“), das in seiner Anmutung reinweißem Marmor ähnelt und eine Seltenheit auf dem Natursteinmarkt ist. Neben ästhetischen Gesichtspunkten, günstigen umwelttechnischen und bauphysikalischen Eigenschaften, wie einer sehr harten Oberfläche, lassen sich die 3 cm starken Platten wie Naturstein auf konventionelle Art montieren. Das Material nimmt kein Wasser auf, ist daher nicht anfällig für Frostschäden und außerdem gegen Graffiti resistent.

Vor den tragenden Stützen in Fassade liegt eine durchgehende Ebene bestehend aus öffenbaren Fensterflügeln bis auf ca. 60 cm Brüstungshöhe und Dämmpaneelen im Brüstungs- und Stirndeckenbereich. Die Dämmpaneele werden von außen mit opaken Glasscheiben vorgeblendet, Geländerbrüstungen vor den Terrassen bestehen aus bis in 50 cm Höhe satiniertem, semitransparentem Verbundsicherheitsglas, so dass insgesamt eine homogene Wirkung entsteht.

Ort Ascona, Schweiz
Entwurf 2007
Bauzeit 2008 - 2010
BGF 7.500 m²
BRI 23.551 m³