Arbeitsamt Dortmund

Das Arbeitsamt bindet als ein weiterer Baustein die Bezirke im Norden Dortmunds stärker an den Bahnhof und die Innenstadt an. Die vorhandene große Grünfläche mit ihren vielfältigen Wegebeziehungen und die umliegenden kulturellen Einrichtungen werden als Potentiale des Umfelds in der Gebäude- und Freiraumgestaltung des Arbeitsamtes weiterentwickelt, das sich mit seinen fünf bzw. sechs Geschossen in die angrenzende Blockbebauung einfügt.

Mit der Konzentration der Baumassen in Form zweier straßenbegleitender Gebäudeflügel als Winkel kann der größte Teil des Grundstücks unbebaut bleiben. Diese räumliche Fassung schirmt den Freibereich vom angrenzenden Straßenraum ab und aktiviert die um ein Geschoss abgesenkten Grünanlagen für die Öffentlichkeit. Das Spannungsverhältnis zwischen Stadt- und Landschaftsraum als Grundthema des Entwurfs spiegelt sich auch in den Fassaden wider: Die Straßenseiten sind streng und kubisch geschlossen mit Betonsteinen, Lochfenstern und Kolonnaden ausgebildet, während sich die Parkseite offen und transparent mit einer leichten Konstruktion aus Glas und Metall dem landschaftlichen Charakter anpasst. Diese filigrane Gestaltung setzt sich auch im Innenraum fort und vermeidet jeglichen Eindruck von Enge zugunsten einer angenehm offenen Atmosphäre.

Zur Straße hin bilden die beiden gegeneinander versetzten Gebäuderiegel als stadträumliche Geste einen kleinen Platz, der dem Haupteingang ein angemessenes Vorfeld bietet und Auftakt für den öffentlichen Weg in der nördlichen Grünzone ist. Die zentrale Eingangshalle, deren sechs Geschosse über eine Dachverglasung mit Tageslicht versorgt werden, erschließt die hochfrequentierten Abteilungen, wie Berufsberatung und Arbeitsvermittlung, in den unteren und die interne Verwaltung in den oberen Geschossen. Café und Kantine liegen abseits vom Publikumsverkehr in der Gartenebene. Das Berufsinformationszentrum (BIZ) mit seiner großräumigen Struktur ist als quadratischer Solitär in den Freiraum eingestellt und über eine Brücke mit der Eingangshalle verbunden, aber auch direkt vom Park aus zugänglich.

Ort Dortmund
Wettbewerb 1. Preis, 1988
Bauzeit 1992 - 1995
BGF 38.700 m²
BRI 130.000 m³