Jena Laborgebäude „Theoretikum“ am Klinikum der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Institut für Humangenetik

Das Institut für Humangenetik beschäftigt sich u.a. mit dem Erkennen, dem Nachweis und der Erforschung erblicher Erkrankungen des Menschen. Es übernimmt eine Brückenfunktion zwischen den klinischen und den eher grundlagenwissenschaftlichen Fächern. Die Vielfalt humangenetischer Inhalte wird von Mitarbeitern des Instituts im Medizinstudium, im Studium der Biologie, Biochemie, Ernährungswissenschaften und der Molekularen Medizin vermittelt. Wissenschaftliche Schwerpunkte des Instituts spiegeln sich in verschiedenen Arbeitsbereichen wider und erfordern eine intelligente räumliche Organisation in den vorhandenen Campusstrukturen.

Der Neubau des Instituts für Humangenetik in Jena schließt unmittelbar an das denkmalgeschützte Collegium Jenense an und vervollständigt das historische Ensemble im Westen. Als straßenbegleitende Blockrandbebauung um einen grünen Innenhof greift er die vorgefundenen städtebaulichen Merkmale auf und ordnet sich mit seinen drei Geschossen und der kompakten Organisation der Grundrisse in die Maßstäblichkeit des innerstädtischen Gefüges ein.

 

 

Die Gliederung der Fassade mit einer Sockelzone und horizontalen, fast über die gesamte Länge des Gebäudeflügels reichenden Fensterbändern orientiert sich an der Gestaltung des barocken Altbaus, interpretiert diese jedoch auf moderne Weise. Ebenso nimmt der orangerote Anstrich Bezug auf den historischen Farbkanon. Im Gegensatz zu seinem Äußeren öffnet sich das neue Gebäude mit komplett verglasten Pfosten-Riegel-Fassaden zum inneren grünen Gartenhof.

Während der westliche Teil des U-förmigen Neubaus die Büros der Verwaltung und der Wissenschaftler aufnimmt, befinden sich die hochinstallierten Labore im nördlichen und südlichen Gebäudeflügel. Dazwischen liegt an zentraler Stelle der zur Straße und zum Hof über alle Geschosse verglaste Haupteingang, der Ein-, Aus-, aber auch Durchblicke bis in den begrünten Hof hinein und auf den anschließenden Altbau gewährt.

Die Reduktion der architektonischen Elemente unterstreicht nicht nur die Sachlichkeit der Bauaufgabe und den Umgang mit einer wirtschaftlichen Erstellung hinsichtlich der Baukosten, sondern auch das Bekenntnis zu einem zeitgemäßen Erscheinungsbild an diesem städtebaulich prägnanten Ort.

Ort Jena
Wettbewerb 1. Preis, 1997
Bauzeit 2001 - 2003
BGF 3.120 m²
BRI 11.027 m³