Verlagshaus Harenberg

Die Integration des Verlagshauses in die Innenstadt Dortmunds geht einher mit dem Wunsch nach Kommunikation zwischen Verlag und Gesellschaft und bildet die Grundlage des architektonischen Konzepts. Dessen wesentliche Bestandteile sind ein Hochhaus sowie ein deutlich niedrigerer, geschwungener Gebäudeflügel, die beide über eine gläserne Halle miteinander verbunden sind.
Der Standort des Verlags am südlichen Bahnhofsvorplatz ist Teil eines typischen Stadtraums der 1950er-Jahre, eines großen offenen Platzes, der von solitären Hochhäusern räumlich gefasst wird. Eine Lösung für die bisher unbebaute westliche Seite konnte bei der Weite des Platzes und im Zusammenhang mit den städtebaulichen Gegebenheiten nur ein weiteres Hochhaus sein, das mit den bereits vorhandenen Hochhäusern korrespondiert.

Der 21-geschossige Neubau ist eine nach allen Seiten offene „Konstruktionshülle“ aus Sichtbeton, die je nach den spezifischen Anforderungen im Inneren aus- und rückbaubar ist. Hier befinden sich sämtliche „stapelbaren“ Büroräume, während die Werkstätten, Konferenzräume und die Cafeteria in dem siebengeschossigen, zum Bahnhof hin spitzwinklig zulaufenden Gebäudeflügel untergebracht sind. Dieser prismatische, metallverkleidete Trakt führt die in der Gründerzeit und bis in die 1920er-Jahre errichtete Blockrandbebauung entlang des Königswalls fort. Die unteren beiden Ebenen sind als Stützengeschosse aufgeständert, so dass sich die zentrale Halle unter den eigentlichen Baukörper schieben und sich zum Königswall hin öffnen kann. Die Rotunde des Veranstaltungsraums, der Amphisaal, ist von außen sichtbar in die transparente Halle eingestellt, die sich ebenso zum Bahnhofsvorplatz und zum hinteren, als halböffentliche Grünanlage gestalteten Grundstücksbereich öffnet. Die vorhandene Topographie wird in Form von Abstufungen in der Halle fortgeführt, Stadt- und Landschaftsraum durchdringen sich und greifen damit ein ruhrgebietsspezifisches Charakteristikum auf.

Mit Veranstaltungen auf hohem Niveau ist das Harenberghaus zu einem kulturellen Kleinod Dortmunds geworden, das als Ambiente für die Mieter einen unschätzbaren Wert hat.

Ort Dortmund
Entwurf 1989
Bauzeit 1992 - 1994
BGF 30.420 m²
BRI 115.793 m³
1994 Architekturpreis für vorbildliche Gewerbebauten der WestHyp-Stiftung